Urkundenübersetzung: Bestätigung

Stempel für UrkundenübersetzungenEine bestätigte (umgangssprachlich beglaubigte) Übersetzung besteht aus drei großen Arbeitsschritten: Übersetzung, Formatierung und Bestätigung.

Die Arbeitsschritte Übersetzung und Formatierung sind selbsterklärend: Die Urkunde muss ins Englische oder Deutsche übersetzt werden und soll auch möglichst so strukturiert sein wie das Originaldokument. Die Bestätigung hingegen ist mehr als nur ein Stempel und eine Unterschrift.

Der Bestätigungsvermerk
Der Bestätigungsvermerk ist das offensichtlichste an der Bestätigung, die umgangssprachlich auch gerne Beglaubigung genannt wird. Der Bestätigungsvermerk ist ein gesetzlich vorgeschriebener, standardisierter Satz mit dem der Urkundenübersetzer die Richtigkeit und Vollständigkeit der Übersetzung bestätigt. Hier finden sich auch Stempel und Unterschrift.

Anmerkungen des Übersetzers
Die Anmerkungen des Übersetzers gehören auch zur Bestätigung und sind bei jeder Urkundenübersetzung anders. Hier erläutert der Übersetzer seine Formatierung und erklärt notwendige Begriffe. Auch wenn sich die Urkunden unterscheiden, einige Aspekte tauchen in den Bemerkungen des Übersetzers immer wieder auf. Dazu gehören:

Formatierung
Stempel, Unterschriften oder handschriftliche Einträge müssen in einer Urkundenübersetzung kenntlich gemacht werden. In solchen Fällen werden gerne Klammern oder kursive Schreibweise eingesetzt. Letzteres verwende ich beispielsweise um handschriftliche Einträge zu kennzeichnen. Die Gestaltung selbst ist dem Übersetzer überlassen, aber sie muss nachvollziehbar sein.

Auffälligkeiten
Farben, Wasserzeichen oder Schmuckränder der Urkunde sollte der Urkundenübersetzer beschreiben.

Datum
Da bei Datumsangaben in den USA wird zuerst das Monat genannt wird, muss das Datum bei der Sprachkombination Englisch – Deutsch erklärt werden. Der 08.07.13 ist in den USA der 7. August 2013 – ein deutscher Leser denkt aber an den 8. Juli 2013. Ein kleiner aber feiner Unterschied.

Gesetze
Wird auf Gesetze verwiesen, sollte dem Leser klar werden, dass es sich hier um ein fremdes Gesetz handelt und er muss durch den Namen, bzw. die Erklärung verstehen was dieses Gesetz regelt.

Eigennamen und landestypische Bezeichnungen
Nicht jeder Eigenname oder jede landestypische Bezeichnung ist dem Leser einer Urkundenübersetzung geläufig. So mag beispielsweise der britische Schulabschluss „A-Levels“ dem ein oder anderen noch aus dem eigenen Englischunterricht ein Begriff sein, aber wer kennt schon den schottischen Schulabschluss „Highers“? Beide Abschlüsse, „A-Levels“ und „Highers“, ermöglichen dem Schüler übrigens den Zugang zur Universität, wobei „Highers“ aber nur von schottischen Universitäten akzeptiert werden. Entsprechend müssen auch solche Bezeichnungen erläutert werden.
Der Urkundenübersetzer muss dabei allerdings Vorsicht walten lassen. Solche  Bezeichnungen dürfen nur erläutert, jedoch nicht bewertet werden! Das obliegt allein den Behörden.

Der letzte Arbeitsschritt
In den Arbeitsschritt der Bestätigung fällt auch Ausdrucken, Heften, Stempeln und Versand der Urkundenübersetzung. Die einzelnen Seiten der Urkundenübersetzung müssen untrennbar verbunden sein – ein weiterer, wichtiger Arbeitsschritt der Bestätigung.

Zusammenfassung
Die Bestätigung einer Urkundenübersetzung setzt sich also zusammen aus dem vorgegebenen Bestätigungsvermerk inklusive Stempel und Unterschrift, den Anmerkungen des Übersetzers die individuell an die jeweilige Urkunde angepasst werden müssen, und Drucken, Heften, Stempeln und Versand der Urkundenübersetzung.

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